Sich erlauben, glücklich zu sein

Von Außen betrachtet sollte man meinen, mein Leben läuft im Moment ziemlich gut. Eigentlich ist es auch so. Ich habe meine beste Freundin und ein paar andere Freunde verloren. Die anderen sind mir egal, das waren keine wahren Freunde, aber meine beste Freundin vermisse ich unglaublich: jeden Tag mit ihr zu verbringen, Gedichte zu schreiben, zusammen Klavier zu spielen oder einfach nur zusammen Mittagsschlaf zu halten. Wir waren verbunden. Aber es ist vorbei, daran kann ich nichts mehr ändern, egal wie sehr ich es auch möchte. Das ist eigentlich der einzige Punkt, der im Moment in meinem Leben negativ ist.

Ich habe mein Praktikum in einem Reisebüro begonnen, das mir wirklich Spaß macht. Endlich wieder einen geregelten Tagesablauf, das habe ich wirklich vermisst. Dazu kommt, dass meine Mutter nun in eine wunderschöne Wohnung gezogen ist, in der ich endlich auch wieder einen Platz habe. War ein schönes Gefühl, wieder einen Wohnungsschlüssel zu einer eigenen Wohnung in der Hand zu halten, bei der ich kommen und gehen kann, wann ich möchte. Bin wirklich froh, wieder mit den beiden Menschen zusammen zu wohnen, die ich am meisten liebe. Außerdem habe ich meinen besten Freund, der mir so ähnlich ist und mir unglaublich viel Kraft gibt. Mir ist jetzt bewusst geworden, dass ich die anderen nicht brauche. Die Freunde, die ich habe, sind wahre Freunde, die immer hinter mir stehen werden. Dafür bin ich wirklich dankbar. Ich unternehme wieder viel, bin oft unterwegs und das tut mir auch wirklich gut. Dazu kommt, dass ich langsam wieder angefangen habe, den Kontakt zu meinem Vater und meinen Großeltern aufzubauen. Das ist zwar schwer und kostet mich wirklich einiges an Überwindung, aber er ist immerhin mein Vater. Er liebt mich und ich liebe ihn.. irgendwo in mir.

Wenn man das jetzt alles so liest, könnte man denken, ich wäre glücklich mit dem Leben, das ich nun habe.

Ich verstehe nicht warum ich trotzdem so unglücklich bin, dass ich manchmal einfach nur noch schreien möchte.

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